Carlos Núñez, galizischer MusikerCarlos Núñez ist der bekannteste Spieler der gaita, dem traditionellen galizischen Dudelsack, mit seinem lebhaften, einzigartigen Klang traditionell keltischer Musik.

Núñez wurde 1971 geboren und ist im galizischen Hafen Vigo aufgewachsen, wo er auch mit acht Jahren erstmals begann, die gaita zu spielen. Er verkörpert den Geist und die Seele der Ahnenmusik Galiziens und wurde, dank seiner erfolgreichen Versuche der Welt die Musik seines Heimatlandes näherzubringen, zu einer internationalen Ikone.

Carlos ist eine Klasse für sich, er testet immer wieder neue Grenzen aus, um eine frische, faszinierende Musik zu kreieren, die mit der heutigen Zeit, unserer schnelllebigen modernen Welt, mithalten kann. Er ist sich durchaus dessen bewusst, das traditionelle Musik schnell selbstgefällig und veraltet, innovationslos wirken kann. Deshalb bemüht er sich zeitgenössische, dynamische und aufregende Musik zu schaffen, die trotz alle dem ihren originalen Charme nicht verliert und sich weiterhin an dem musikalischen Erbe Galiziens orientiert.

Die Los Angeles Times schrieb: „Sollte es möglich sein mit traditioneller Musik, Dudelsack und Flöte ein Popstar zu werden, dann ist Núnez der beste Kandidat dafür!“. Dies könnte sogar leicht untertrieben sein, da es nur wenige Popstars gibt, die heutzutage mit so viel Ausdruckskraft, Leidenschaft, Eifer und Enthusiasmus die Bühne erobern. Seine Konzerte sind mitreißend und berauschend; Carlos spielt eine Reihe an Instrumenten, inklusive der Blockflöte, der Okarina, verschiedene Flöten, der schottischen Highland Bagpipe, Uilleann Pipes (irischer Dudelsack), der Bombarde, der Biniou (bretonische Sackpfeife) und der schottischen Pastoral Pipes, mit dem Flair und der Extravaganz eines Rockstars!

Nachdem er eigenhändig die mitreißende, schneidige Musik Galiziens auf die internationale Bühne gebracht hat und ihm viel Anerkennung und Hochachtung zuteilwurde, ist Carlos Núñez nun Botschafter der traditionellen Musik Galiziens. Er nimmt diese Aufgabe sehr ernst und arbeitet weiterhin mit viel Bescheidenheit für das Wohl der Musik und dessen Tradition, ohne etwaige egoistische Ziele zu verfolgen.

Was bedeutet dieser Titel für Carlos Núñez?

„Das frage ich mich schon seit meiner Kindheit in Vigo“, gibt er zu. „Mit zwölf Jahren erhielt ich endlich eine Antwort, als ich zum interkeltischen Festival des Lorient Orchesters in der Bretagne, der Region Nordwest Frankreichs, die für die Tradition keltischer Musik so bekannt ist, eingeladen wurde. Musiker aus sieben keltischen Ländern schafften es dort, mit deren traditioneller Musik gemeinsam ‘eine Nation‘, die weit über Sprachen und Landesgrenzen hinausgeht, zu kreieren.  Seitdem ist dieses Gefühl von Brüderschaft eine wahre Mission für mich.“

Die gefeierte traditionelle irische Band The Chieftains, die Carlos zum ersten Mal beim interkeltischen Festival in Lorient traf, verstärkten diese musikalische Brüderschaft, als sie ihn 1994 einluden um in New Yorks Carnegie Hall aufzutreten. Es war sein unvergessliches Konzertdebüt in den USA. Seit dem war er mehrere Male mit den Chieftains auf Tour und hat auch mehrere Male mit ihnen aufgenommen, unter anderem für fünf derer Alben
Das heiß ersehnte Debütalbum von Carlos erschien 1996; A Irmandade das Estrelas (Brüderschaft der Sterne) vollendete seine musikalische Mission einer interkeltischen Allianz auf wunderbare Weise. Mehr als 50 Gästekünstler aus Galizien, Spanien und weiter entfernten Ländern haben bei dieser ersten Veröffentlichung mitgewirkt und brachten jener auch den Status als erster traditionell keltischer Aufnahme, der eine Platin-Schallplatte verliehen wurde, ein.

Carlos NúñezDie folgenden Alben von Núñez erzielten ebenfalls beachtenswerte Verkaufszahlen und brachten ihm viel Respekt und Bewunderung ein. Sein jüngstes Meisterwerk ‘Discover‘ wurde 2012 veröffentlicht und ist äußerst angesehen und trieb auch sein Ansehen als Musiker und Künstler zu einem globalen Botschafter voran.

Er genießt weiterhin eine erfolgreiche und aktive Karriere; derzeit tourt Núñez weltweit, was seinen Status als meist geschätzter musikalischer Export Galiziens verstärkt. Mit Liebe und viel Bedacht hat er starke und solide Brücken zwischen den unterschiedlichen, aber zugleich verwandten keltischen Traditionen geschaffen und somit eine der einstig beinahe obsoleten Musikformen revolutioniert, wodurch der Geist Galiziens lebendig und präsent bleibt.