Die Statue von María Pita in A CoruñaDie Plaza María Pita, manchmal auch als Plaza Mayor bekannt, ist das Epizentrum der Stadt A Coruña und dies nicht nur, weil sie sich im Zentrum der Altstadt befindet. Dieser wunderschöne klassische Platz, der an drei Seiten von eleganten großen Residenzen mit Säulen umgeben ist, welche auf das bezaubernde Rathaus blicken, ist ebenso das symbolische Herz dieser Region.

Der Grund hierfür liegt in ihrem Namen, denn diese stilvolle Plaza ist nach einer der berühmtesten Personen von A Coruña, der Heldin María Pita, benannt worden. Diese schillernde Frau, welche 1565 als María Mayor Fernández de Cámara y Pita geboren wurde, sollte für immer zum Synonym für die erfolgreiche Verteidigung der Stadt gegen die eindringende englische Armee 1589 werden.

Im Vorjahr zogen sich die Reste der berühmten Spanischen Armanda geschwächt von den nördlichen Gewässern zurück, besiegt von den englischen Feuerschiffen und tobenden Stürmen, bevor sie sich in den spanischen Häfen verstreuten. Einer davon, vielmehr der erste Hafen, der von den zurückkehrenden Schiffen der Westküste der Britischen Inseln angesteuert wurde, war jener in A Coruña.

Spanien fürchtete sich während dieser Zeit der Schwäche vor der englischen Vergeltung und so war es der wichtige Hafen von A Coruña mit seiner entscheidenden strategischen Position, der die härtesten Angriffe erleben sollte, als die Englische Armada eintraf. Dies geschah im Frühling des Jahres 1589, als eine Flotte unter dem Kommando von Francis Drake strategische Positionen in den Buchten um die Stadt einnahm und große Truppen an Land setzten.

In jenen Tagen hatte die ursprünglich von Mauern umgebende Stadt, die nun die Altstadt von A Coruña ist, sich auf eine ausufernde Gemeinde gegenüber der Bucht, auf der sich der Hafen befindet, ausgeweitet. Es war an diesem Ort, wo die britischen Truppen anlegten, auf wenig Widerstand stießen und die Zuversicht gewannen, dies würde ein einfacher Angriff werden. Die Bewohner waren sich jedoch darüber im Klaren, dass sie sowohl zahlenmäßig, als auch waffentechnisch unterlegen waren, hatten das Gebiet verlassen und konzentrierten ihre Verteidigung nun auf den Bereich hinter den Stadtmauern.

Die Geburt einer Legende

Plaza de Ayuntamiento in A CoruñaDie Zahl der Verteidiger war so gering, dass jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gezwungen war, seinen Beitrag zu leisten, mit Kindern, die auf den Feldlagern als Helfer und Krankenpfleger arbeiteten, während die Männer kämpften und die Frauen die Musketen und Kanonen wieder aufrüsteten. Auf der Höhe der Schlacht, als es so schien, als würden die Engländer durchbrechen, sah man eine junge Frau einen englischen Soldaten samt seiner Sturmfahne, die er versuchte in den Boden zu stoßen, niederschlagen.

Dies war der Wendepunkt und so wurde María Pita zu einer Figur der Hoffnung, durch die die erschöpften Verteidiger neuen Mut und die Entschlossenheit fanden einen Gegenangriff zu starten, der die Engländer überraschte und sie so schließlich ihren Angriff abwehren konnten. Während der folgenden Tag wurden mehrere Versuche eines Durchbruches unternommen, doch wurde es bald deutlich, dass sich das Blatt gewendet hatte. Francis Drake, der nicht darauf erpicht war, von der drohenden Ankunft der spanischen Verstärkung überrascht zu werden, blies zum Rückzug und zog seine Streitkräfte aus A Coruña zurück.

Im Alter von nur 24 Jahren wurde María Pita zum Symbol der erfolgreichen Verteidigung der Stadt. In ihrem ereignisreichen Leben wurde sie von Aristokraten gefeiert, sowie von König Philipp II von Spanien für ihren Dienst belohnt. Ihre Heldentaten sollten ihr zu einem Ruhm verhelfen, der bis heute andauert und seine jüngste Bekundung in dem großen nach ihr benannten Platz und der hohen Statue, die in seinem Herzen steht, findet. Ein ihr gewidmetes Museum erzählt nicht nur die Geschichte der Verteidigung, sondern auch von María Pita selbst, und wie es war in der Stadt A Coruña zu jener Zeit zu leben. Heute ist es eine lebendige und moderne Stadt, deren reiche Geschichte und Traditionen sich nie weit weg befinden.