WM Pokal der FIFAIn wenigen Stunden fällt der offizielle Anstoß zur Fußballweltmeisterschaft, die dieses Jahr in Brasilien stattfindet. Es ist das zweite Mal, dass die Fußballweltmeisterschaft im Land des Rio de Janeiro bestritten wird. Die erste Austragung blieb den brasilianischen Fans in schlechter Erinnerung, da der brasilianische Kader mit Spitzenspielern wie Jair, Ademir und Chico unerwartet von Uruguay, im bekannten Maracanazo Finale, geschlagen wurde. Die Tore von Schiaffino und Ghiggia brachten das gesamte Maracaná Stadium zum Schweigen und ließen das Gastgeberland verzweifelt in Tränen ausbrechen. Zweifelsohne ist dieses Ereignis dem brasilianischen Team ein Dorn im Auge, den es, mit der Unterstützung des Starkickers Neymar – nach dessen erster, wenngleich unregelmäßiger Saison mit dem FC Barcelona – versuchen wird, bei dieser Weltmeisterschaft zu entfernen.

Auch auf den spanischen Kader wartet eine große Herausforderung. Spanien muss seine Krone verteidigen, die es auf brillante Art und Weise in Südafrika mit dem Sieg gegen die Niederlande erlangte, was dem unhaltbaren Tor Iniestas in der Nachspielzeit zu verdanken war. Mit einem erneuten Sieg wäre die Mannschaft das erste europäische Team, Weltmeisterschaft in Brasiliendas den WM-Pokal auf amerikanischem Boden hochhebt. Um diese Heldentat zu wiederholen, vertraut der spanische Trainer Vicente del Bosque auf den gleichen Kader, der vier Jahre zuvor die Trophäe holte. Das Rückgrat des Teams ist weiterhin beständig, obwohl die Jahre natürlich nicht spurlos an ihm vorübergegangen sind. Mit Casillas im Tor, sorgen Ramon und Piqué in der Abwehr sowie Busquets und Xavi Alonso im Mittelfeld, ergänzt durch Xavi und Iniesta, für sichere Pässe zum Vorbereiter aus Salamanca. Vorneweg jagen die Kanarier Pedro und Silva (Champion der englischen Liga mit Manchester City), der zuverlässigen Villa, erfolgreichster Torschütze in der Geschichte der spanischen Mannschaft, und der inkonstante Torres nach Toren. Die am meist kommentierte Ernennung ist ohne Zweifel die des Stürmers Diego Costa vom Atlético Madrid, der seine physischen Probleme überwunden hat und schlussendlich Teil der „La Roja“ ist. Seine abgelegte brasilianische Staatsbürgerschaft macht die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft sicherlich besonders spannend.

Um den geschätzten Pokal erneut zu bekommen, muss sich Spanien starken Rivalen stellen. Den Anfang macht ihr letzter Gegner: Die holländische Mannschaft, die unter der Leitung Van Gaals auf eine Revanche wartet. Ein sehr starker Konkurrent, der Spanien mit Sicherheit Steine in den Weg legen wird, ist Argentinien mit dem weltbesten Spieler Lionel Messi auf seiner Seite. Deutschland möchte das Talent seiner jungen Spieler (trotz der unerwarteten Verletzung von Reus) mit einem Weltmeisterschaftsfinale hervorheben und somit das Prestige der erreichten Titel von Klubs wie Bayern München oder Borussia Dortmund unterstreichen. Zwei weitere starke Teams wollen an ihre siegreiche Vergangenheit anknüpfen, nämlich Italien, das, wie es scheint, endgültig die Erfolgskette des catenaccio hinter sich gelassen hat, und Frankreich, das mehr Beständigkeit anstelle des mutlosen Benzema braucht, da der explosive Ribery letztlich doch nicht bei dieser WM einlaufen wird. Die einstige Leistung Italiens unter dem Trainer Capello ist heutzutage ein Mysterium; Portugal hingegen ist übermäßig von Cristiano Ronaldo abhängig.

Sieg der spanischen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2010Es gibt aber auch unscheinbarere Mannschaften, die den Überraschungseffekt zu ihrem Vorteil nutzen können. Eine davon ist gewiss Uruguay mit seinen zwei Angreifern Luis Suárez (Liverpool) und Cavabi (Paris Saint Germain), deren Namen man bloß zu erwähnen braucht, um Verteidigern Angst einzujagen. Des Weiteren stellt Chile aufgrund seiner körperlichen Stärke eine ernsthafte Gefahr für Spanien und alle anderen Mannschaften, auf die das Team während der Meisterschaft trifft, dar. Letztlich gibt es noch Belgien, das eine junge Generation voller Talent zählt, die zuweilen jedoch noch nicht ganz ausgereift ist. Seine Spieler Courtuois, Witsel, Hazard und Lukaku haben seit ihrer Aufstellung in der Nationalmannschaft kein einziges Mal auf höchstem Rang gespielt.

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