Toni Marí - Bildhauer aus JáveaEin Künstler kann sich nicht wirklich entfalten, solange er/sie sein “vermittelnder Stoff“ nicht entdeckt hat – so war es zum Beispiel bei dem jungen Bildhauer Toni Marí aus Javea, Alicante.  

Marís Familie erkannte schon sehr früh die künstlerische Begabung des Kindes. Er wollte gerne mit Metall arbeiten, aber das ist zu schwer (und gefährlich) für ein fünf Jähriges Kind. Deswegen musste er sich damit zufrieden geben, erstmal mit Papier, Buntstiften, Holz und Draht zu üben. Diese Materialien sind wenig belastbar, wie er an einem Tag entdeckte: er zerriss eine Mausefalle, um “ihre Seele zu befreien” weil er eigentlich davon überzeugt war, dass darin die Seele eines Pferdes steckte.

Er musste warten bis er 14 Jahre alt war und seine Lehre als Schmied anfing. Fasziniert, herausgefordert und inspiriert von der Schmiedbarkeit des heißen Eisen, entdeckte er eine neue Welt voller Möglichkeiten, während seinem Chef nur Hufeisen im Sinn hatte.

Stiere und andere Tiere

Freunde und Familie des Künstlers waren gar nicht überrascht als Marí davon erzählte, dass seine erste Kreation  die Figur eines Stieres sein würde. Der Künstler hat immer wieder betont, dass in seiner Welt, der Stier die kreative Energie, die frei sein will, verkörpert. Es handelt sich um eine gute Metapher und wenn man ein Stier vor der Arena gesehen hat, kann man diese Aussage sehr gut nachvollziehen.

Toni Marís Skulptur Er musste aber noch 15 Jahre warten und üben, bis seine Karriere startete. Ángel Palencia, Baumeister, besuchte sein Atelier und fragte ihn, ob er den neuen Platz neben an schön fand. “Nicht wirklich”, antwortete Marí, “es fehlt eine Skulptur.”

Kurze Zeit später, der Architekt Julio Sela beauftragte ihn mit der Skulptur eines Esels, dass leider nicht verwendet wurde (erst viel später und nur für kurze Zeit in den Javea Hafen.) Trotzdem eröffnete diesen Auftrag die Tür für einen anderen, noch wichtigeren; Jiménez de la Iglesia, berühmter Architekt aus Valencia, sah der Esel und beauftragte Marí mit der Figur eines Ziegenbockes – Symbol für Träume und Phantasien.

Neue Umgebung

Aufgrund der gestiegenen Aufträge, beschloss Toni mit seiner Werkstatt umzuziehen, weg von der Hektik der Stadt und ab in einem ruhigeren Ort.

Skulptur von Toni Marí in einem Strand von JaveaNach langen Überlegungen entschied er sich für Denia. Kurz nach dem Umzug bekam er von der Stadt einen Auftrag; der Klassiker “Bous a la Mar” (Stiere am Meer), die perfekte Gelegenheit, sein berühmter Stier zu gestalten.

Die Öffentlichkeit des Auftrags brachte ihm Anerkennung und eine wichtige Steigerung der Bestellungen. Infolgedessen schaffte er auch neue Figuren wie Vögel oder Golfspieler.

Die kreative Welt von Toni Marí erweitert sich ständig – der Auftrag  eines renommierten Weingutes bedeutet für den Bildhauer sich die Herausforderung neue Wege, um den Prozess der Weinherstellung zu bebildern, zu stellen.

Für diesen engagierten Künstler es ist immer noch schmerzhaft sich von seinen Werke zu trennen, da er glücklicher ist, wenn diese in seiner Nähe sind: “Sie haben nicht den gleichen Wert für mich, wenn sie weit weg sind. Ich habe es lieber, wenn die Menschen, die ich kenne die Möglichkeit haben, sie zu bewundern”