Herkulesturm, A CoruñaDer alte Turm, welcher so mysteriös auf dem Hügel einer kühn in den Atlantischen Ozean hinausragenden Landspitze steht, hat die Menschen von A Coruña seit undenklichen Zeiten geschützt. Tatsächlich existierte das Nationaldenkmal Spaniens, welches zudem zu einem UNESCO-Welterbe erklärt wurde, schon lange vor der Stadt wie wir sie kennen und ist der weltweit älteste noch in Betrieb stehende Leuchtturm.

Der Name Herkulsturm, in Spanisch Torre de Hércules, geht auf seine römischen Wurzeln zurück, und ist in der Tat dafür bekannt von dem Eroberer Trajan vor fast 2000 Jahren wieder aufgebaut worden zu sein, doch viele glauben, dass seine eigentlichen Ursprünge noch weiter zurück gehen, nämlich bis in die Zeit der Phönizier. Das würde diesen Ort um fast Tausend Jahre älter machen, und so kann man zu Recht sagen, dass er große geschichtlichte Ereignisse erlebte.

Das Gebiet, welches ursprünglich von Iberern und Kelten bewohnt war, stand später unter dem Einfluss phönizischer Händler und fiel schließlich unter die Herrschaft Roms. Die Mauren, die in anderen Teilen Spaniens so stark vertreten waren, hatten auch einen begrenzten Einfluss auf Galicien; so stammen die “modernsten” Ursprünge aus den Tagen, als Frankreich, Portugal und England um die Vorherrschaft auf See kämpften.

Manch eine Schlacht wurde vom 55m hohen Wachturm aus beobachtet, einer Höhe, die ihn zum zweit höchsten Leuchtturm Spaniens macht und für dessen spätere Funktion der Torre de Hércules am bekanntesten ist. Dieser recht mysteriöse Ort, welcher verlassen in die weite Ferne der See blickt, ist von einem beliebten Park und einem Skulpturengarten mit Werken von Pablo Serrano und Francisco Leiro umgeben.

Die größte Statue ist die des keltischen Königs Breogán, der als Gründungsvater der keltischen Nation Galiciens angesehen wird. Der Legende nach ließ er einen hochaufragenden Turm an diesem Fleck bauen, von dessen Höhepunkt aus seine Söhne ein entferntes grünes Land am Rande des Ozeans sehen konnten. Von diesem verheißungsvollen fernen Orten so sehr angezogen, brachen sie auf, um es zu besiedeln, und es wird gesagt, dass hierin die Ursprünge des irischen Volkes liegen.

Archäologen sind immer noch auf der Suche nach Breogáns Hauptstadt Brigantia, von der angenommen wird, dass sie irgendwo zwischen A Coruña und dem Nachbarort Betanzos liegt. Die jetzt ruhige Umgebung des Turmes, welche damals von Römern, einschließlich Julius Cäsar, Mauren, germanischen Stämmen, Korsaren, Wikingern, Normannen, den Flotten von England und anderen Ländern aufgesucht wurde, bewacht den Eingang zum Hafen der Stadt A Coruña, der etwas über zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist.

Hier, wo die Iberische Halbinsel den Weiten des Atlantischen Ozeans Platz macht und auf eine lange ereignisreiche Vergangenheit zurückblickt, gehen nun Sportler joggen, Familien spazieren und Kinder im Schatten eines von Europas mysteriösesten und faszinierendsten Gebäuden spielen.

Foto & Video mit freundlicher Genehmigung von Turismo Coruña

Video Herkulesturm