IKEANach langer Zeit ließ sich die multinationale Möbelfirma IKEA zum ersten Mal in der Valencianischen Gemeinschaft nieder. Die Ortschaft Alfafar, wenige Kilometer von Valencia entfernt, wurde zum ausgewählten Standort. Dabei handelt es sich um einen Sitz, der traditionellerweise eng mit der Möbelindustrie verbunden ist.

IKEA ist eine multinationale Firma, die im Jahr 1943 in Schweden von dem Unternehmer Ingvar Kamprad gegründet wurde und sich durch die Farben Gelb und Blau auszeichnet, die in der Nationalflagge Schwedens zu finden sind. Lustigerweise begann Kamprad, der heute 88 Jahre alt ist, seine Geschäftskarriere schon als Kind, als er auf dem Fahrrad Streichholzer an seine Nachbarn in seinem kleinen Heimatdorf verkaufte. Die Personalität des Gründers der schwedischen Firma scheint auf das Möbelunternehmen, das er schuf, übertragen worden zu sein. Dieses zeichnet sich durch eine Schlichtheit aus, die es ermöglicht, die in den Läden erworbenen Teilen zu Hause zusammmenzubauen. Man sagt, das Kamprad nie in erster Klasse reist, sei es im Zug oder Flieger, und in Hotels wohnt, fernab von jeglicher Prahlerei. Erster IKEA in Schweden (1943)Andere Quellen behaupten sogar, dass er das Salz und den Zucker aufhebt, welche er in besuchten Restaurants nicht verbraucht sowie Geschenke für Weihnachten während Rabattaktionen kauft. Auf der anderen Seite, was durchaus verständlich für eine der reichsten Personen der Welt ist, besitzt Kamprad eine Villa in der Schweiz, eine große Immobilie in seiner Heimat Schweden, ebenso wie etliche Weinberge in der französischen Provence.

Alle Produkte charakterisieren sich durch den maßgebenden Design-Faktor(“demokratisches Design”, wie Kamprad selbst sagen wurde) und einen Preis, der jeden Geldbeutel anspricht. Die Endmontage wird in den meisten Fällen Sache des Kunden selbst, was dazu beiträgt, Verpackungs-, Lagerungs- und Transportkosten zu sparen. Bekannte Designer arbeiteten mit der Firma zusammen, auch wenn diese Zusammenarbeit oftmals von keiner der beiden Seiten bekannt gegeben wurde. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit, die aufgrund der neuen Eröffnung des IKEA öffentlich wurde, ist die mit der Designerin Inma Bermúdez, welche in Valencia ausgebildet wurde. IKEA Katalog 2013IKEA ist außerdem bekannt für sein Restaurant, wo man traditionell, schwedisches Essen (wie die berühmten Fleischbällchen) serviert bekommt, oder auch für den Jahreskatalog, der zum ersten Mal im Jahr 1951 veröffentlicht wurde. Von diesem Katalog, der 70% der jährlichen Marketingkosten des Unternehmens verschlingt und dessen Veröffentlichung ein großes Ereignis darstellt, werden jährlich fast 200 Millionen Exemplare herausgegeben.

Von der Ankunft des IKEA auf valencianischem Boden sprach man schon vor vielen Jahren. Dabei wurden verschiedenen, endgültige Niederlassungsorte thematisiert. Letztlich wurde aber Alfafar zur ausgewählten Ortschaft. Was sind aber die wirtschaftlichen Auswirkungen der Eröffnung? Laut entwickelter Studien der Professorengruppe der Wirtschaftsfakultät der Universität Valencia, die sich aus Alejandro Moyá (Professor für Marketing und Marktbeobachtung), Marta Frasquet (Dozentin derselben Fachrichtung), José Manuel Roig (Wissenschaftler der angewandten Wirtschaft) sowie Agustí Rovira (auch aus dem Marketingbereich) zusammensetzt, wird das Geschäft in Alfafar 23 von 40 Millionen, welche die spanischen Bürger jährlich in die schwedische Firma investieren, einbehalten können. Die Studien ermitteln auch die Auswirkungen auf den Einzelhandel der Gegend, der von einem Aufschwung von 8,5 % ausgehen kann. Außerdem rechnet man mit Auswirkungen sowohl im Bezug auf die Steuereinnahmen der Behörden, als auch hinsichtlich der Beschäftigungsrate. Man geht von ungefähr 500 neuen, direkten sowie indirekten Arbeitsplätzen aus. IKEA SchiffAußerdem eröffnen die Forschungen Auswirkungen des IKEA-Baus in Alfafar. Das schwedische Unternehmen investierte 98 Millionen Euro, was insgesamt Produktionsauswirkungen von 163 Millionen in der Valencianischen Gemeinschaft hatte sowie 1.700 Arbeitsplätze schaffte. Die Studien schätzen die von IKEA bezahlten Steuern in Alfafar auf 4% des Gesamthaushaltes dieser Gemeinde. Die Steuerabgaben auf regionalen Ebene werden mehr als 20 Millionen jährlich betragen. Zudem rechnet man mit 2,4 Millionen Besuchern pro Jahr.